deen
Zurück zur Übersicht

Marketing Review St.Gallen 5.2022 „Store of the Future“

Preis:CHF 37.00

Auswahl zurücksetzen
Menge:
- +

Editorial

Was Amazon schon jahrelang in den USA anbietet, macht nun auch Aldi. Das Unternehmen hat in Utrecht vor wenigen Wochen einen Laden eröffnet, in dem Kundinnen und Kunden fast kein Personal mehr wahrnehmen und ohne Kassen bezahlen. Der Trend zu mehr Automatisierung lässt sich schon lange beobachten. Dafür sprechen der hohe Kostendruck, die anhaltende Gefahr einer Covid-Ansteckung sowie der steigende Konsumentenwunsch nach Bequemlichkeit. Für eine wachsende Zahl an Unternehmen scheint diese automatisierte Form der Ladenzukunft vielversprechend.

Doch bestehen zur Automatisierung auch grosse Bedenken. Neben der Gefahr des Datenmissbrauchs stellt sich eine zentrale strategische Frage: Verliert der Handel mit einer zu starken Automatisierung die Chance, seiner Einzigartigkeit gegenüber Wettbewerbern Ausdruck zu verleihen? Getragen wird diese Gefahr von der Überzeugung, dass Mitarbeitende dem Handel sein «Gesicht» geben und damit für Differenzierung sorgen.

Die vorliegende Ausgabe der Marketing Review St. Gallen nimmt sich der Pros und Kontras dieser Debatte an. Unsere Schwerpunktbeiträge vertiefen wichtige Fragestellungen zum Laden der Zukunft. Dazu zählen Themen wie der Einsatz von Robotern im Handel, die Konsumentenwahrnehmung von digitalen In-Store-Anwendungen, die Kundenakzeptanz von neuen Technologien, wie etwa der «Just Walk Out»-Technologie oder von Extended-Reality-Anwendungen, sowie Erfolgsfaktoren für den Laden der Zukunft.

Je nach Branche, Betriebsform und Marktpositionierung fällt die Antwort auf den Laden der Zukunft unterschiedlich aus. Dabei macht aus Kundensicht sicherlich nicht alles Sinn, was technisch möglich ist. Trotzdem lösen die Chancen der Automatisierung – in einer immer digitaler werdenden Handelswelt – tiefgreifende Transformationsprozesse aus. Der Laden der Zukunft kommt für viele Unternehmen digitaler, vernetzter, nachhaltiger und in vielen Wertschöpfungsstufen automatisierter daher.

Prof. Dr. Thomas Rudolph